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Die Farbe Lila

Aktualisiert: März 7

love or leave it 





Ich glaube, kaum eine Farbe polarisiert so wie diese Farbe.




Warum ist das so?

Wir können dazu mal wieder in's Mittelalter zurück gehen. Da wir heute Farben systhetisch herstellen können, haben sie alle einen ähnlichen Preis.

Als man aber auf die Natur zurückgreifen musste, war das ganz anders. Blau konnte man relativ leicht herstellen. Aber Rot - was man zum Herstellen von Lila benötigt - war sehr teuer, weil schwer zu beschaffen, Und weil selten und kostbar, waren Purpurtöne allein den Reichen und Mächtigen vorbehalten (ein anderer hätte es sich sowieso nicht leisten können.)



Cleopatras Segel

So durfte Cäsar allein eine purpurne Robe tragen - die Senatoren mussten sich mit einem purpurnen Saum begnügen.

Ich stelle mir aber gerade das dumme Gesicht des Römers in seiner lila Robe vor, als das komplett purpurne Segel von Cleopatras Firmenyacht (der Königin eines besiegten und besetzen  Landes, wohlbemerkt) in voller  Pracht am Horizont des Nils auftaucht. Das hat Stil. (Fragen Sie nicht bitte nicht, wo ich das gelesen habe. Es war kein Asterix-Heft, das ist sicher, obwohl diese Geschichte gut zu der spitzen Nase passen würde.)

Solche Überlieferungen haben natürlich dazu beigetragen, das Lila immer noch als die Farbe der Extravaganz wahrgenommen wird. 







Phantasy Lila


Lila wird immer mit dem Reich der Fantasie assoziiert, mit Elfen und Einhörnern, Kartenlegen und Kristallkugeln. Das tut dem Image einer Farbe nicht gut, weil dieses Themenfeld häufig verkitscht oder esoterisch-verträumt ist.

(Und was haben sich die Feministinnen dabei gedacht, sich ausgerechnet diese Farbe auszusuchen? Ganz schlechtes Marketing für eine wichtige Sache - wenn mir das mal einer erklären könnte, wäre ich wirklich dankbar.)





Dabei ist Lila (oder Violett oder Purpur) eine Farbe mit einer wunderbaren Bandbreite! Wie schön sind die dunklen Beeren mit ihrer enormen Farbtiefe! So ein Lila ist ein höchst edler Ton, der sich wunderbar kombinieren lässt mit Gold, Schwarz, Grau und Grün, um eine klassisch-elegante, aber interessante und stilvolle  Einrichtung zu kreieren.

Oder die blaulila Pflaumen - stellen Sie sich diesen Farbton mal in einem kleinen Haus mit einem hellen Eichenholzboden vor (wenn man will, kann man in der Eiche eine solche Nuance auch erkennen).

Tricia Guild, die keine Angst vor Farbe hat, hat diese Farbe sogar mit Blau kombiniert.

Das ist sehr speziell - aber wollen wir denn immer so wohnen wie alle anderen auch?



Lila liebt Grün.


Ein Ausflug in die Lavendelfelder Frankreichs und man weiß, warum das so ist. Wenn das Grün dann noch einen Grauanteil hat, steht einer edlen Farbkombination nichts mehr im Wege.

Auch mit einem frechen Grün arrangiert sich Lila gut. Und mit Leinen sowieso.





Pantone hat für dieses Jahr "Ultraviolett" als Farbe des Jahres ausgerufen.

Das ist Marketing, aber nicht unbegründet. Farben, Materialien und Formen schweben irgendwie in der Luft und materialisieren sich dann in Design (und da ist es egal, ob für Mode oder Möbel, das läuft inzwischen zeitgleich).

Ich kann mich gut daran erinnern, dass in einer Wohn-Community nachgefragt wurde, ob man denn den Trend mitmachen wolle.

"Alles Werbung!" "Ich lass mir doch nicht vorschreiben, welche Farbe ich nehmen soll!" "Igitt - im Leben nicht!" war der einhellige Tenor und dann "Guck mal, ich habe eine schöne neue Vase in Ultraviolett". Dann kamen Kissen und schließlich eine Wandfarbe und die Community schrie "juchu!".

Never say never. :-)




Lila ist nicht der letzte Versuch.


Es ist eine außergewöhnliche Farbe, die mit schweren Vorurteilen zu kämpfen hat. Ich hatte lange einen dunkelvioletten Teppich unter dem Tisch liegen, bis unsere Hunde ihm im Teeanger-Übermut den Garaus gemacht haben, sonst wäre er wohl noch da. Ich war der Farbe nicht überdrüssig.

Als meine Mutti eines sonntags anrief und fragte "Kind, was machst du?" und ich antwortete "Ich streiche unser Eßzimmer lila" war erst mal Stille am anderen Ende der Leitung. "Bist du verrückt? Lila?" (Das ist die normale Reaktion auf diese Farbe. Sie müssen stark sein, wenn Sie sich dafür entscheiden.)

Beim nächsten Besuch kam dann die Bemerkung: "Ich wußte, du hast mich veräppelt! Das ist ja gar nicht lila."


Doch, war es. Da aber der Ton zart gewählt war und so gut zu dem Teppich und dem Rest der Wohnung passte, drängte er sich nicht in der Vordergrund.


Farbe heißt nicht gleich wildbunt. Farbe heißt anders als Weiß, Grau oder Schwarz.




Wenn Sie Ihr Zuhause farbiger gestalten wollen, kontaktieren Sie mich:

hello@nicolabushuven.com


Farbenfrohe Grüße

Ihre NIC