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Schwarz

Aktualisiert: Jan 5

Der Gestalter Liebling.





Was würden Architekten und Designer nur ohne Schwarz tun - ohne schwarze Rollkragenpullover und schwarzgerandete Brillen?

Schwarz ist cool. Schwarz geht immer. Es ist der Ton ohne Firlefanz, die Wahl der Existenzialisten, der Modeschöpfer und Mönche.

Schwarz heißt aber auch: Macht, Trauer, Dunkelheit und Angst.


Königin der Nichtfarben


Was tun wir also mit der Königin der Nichtfarben, die in uns so konträre Verbindungen verankert hat?




Sie lieben.





Bei dieser Nichtfarbe ist alles möglich - es kann pure Eleganz oder absolute Einfallslosigkeit sein. Wie immer machen es die Mischung und das Material.


Schwarz ist toll, wenn es in Begleitung kommt und jede Farbe geht damit: Rosa wird erwachsener, Blau bekommt mehr Tiefe oder eine interessante Nuance, mit Weiß ist es ein Evergreen, Grün wird urbaner, Rot und Schwarz sind ein rasantes Paar aus Mailand, Violett wird edel und mit Gelb hat man einen krassen Kontrast. Grau und Schwarz bilden ein Dreamteam.

Wir dürfen großzügig mit Schwarz sein, auch auf Flächen. Schwarz kann dramatisch wirken und einer eher flachen Einrichtung den nötigen Kick geben.






Praktisch ist das Kryptonit für Style


Langweilig wird es, wenn Schwarz eingesetzt wird, um auf der sicheren Seite zu sein. Das schwarze Ledersofa ist ein Klassiker, der nie aus der Mode kommen wird, aber wenn man sich rechts und links davon auch nichts traut, bekommt man zwar eine grundsolide, aber langweilige Einrichtung:

Nicht falsch, auch nicht hässlich, sicherlich auch praktisch - aber „praktisch“ war immer schon das Kryptonit für Style.



Kleine Exkursion: Praktisch ist die Entschuldigung für schlechtes Design oder wenn einem keine wirklich gute Lösung eingefallen ist. Dann kommt immer das Argument "aber es ist so praktisch und diese ganzen tollen Designer - Häuser sind das ja nicht!"


Das ist falsch.


Gutes Design inkludiert die Funktion, wird sich ihr aber nicht unterwerfen. Gutes Design ist meist still und bescheiden. Das, was uns landläufig als "Design" verkauft wird, ist oft kurzlebiger Firlefanz, ein bisschen bunt und auf jeden Fall anders als das Übliche, aber mehr nicht und der Begriff "Design" muss für den Müll herhalten. Das zieht meinen ganzen Berufsstand runter und macht mich mißmutig.

Leider scheint es auch ein eher deutsches Phänomen zu sein, dass man Gestaltung grundsätzlich mißtraut:

"Oh, das ist Design! Teuer und funktioniert nicht und ist nicht praktisch!"

Wenn es gutes Design ist, werden Sie es erkennen und lieben. Sie werden in Ihrem Haushalt sicher etliche Gegenstände haben, die Sie schon lange begleiten und Ihnen zuverlässig treue Dienste erweisen und die Sie nicht nur wegen Ihrer Funktionalität schätzen. Einige davon stehen vielleicht sogar im Museum Of Modern Art.

Gutes Design braucht kein extra Label.

Ende der Exkursion. (Das musste ich mal loswerden.)




mit Schwarz gut kombinieren


Wo kann man nun Schwarz einsetzen, damit es gut wird?

Überall.

Aber wie jede Farbe - oder jede Nicht-Farbe - hat auch Schwarz seine Eigenheiten:

Schwarze Flächen z.B. auf Boden oder Tisch wollen jeden Tag den Sauger oder das Staubtuch sehen, gerne auch zweimal. Fingerabdrücke sind deutlich erkennbar. Eine Wand muss mit einer besonderen Farbe schwarz gestrichen werden, da sonst ratz-fatz weiß-graue Schlieren darauf sind. Aber trauen Sie sich das ruhig mal!

Eine schwarze Wand ist nicht tot und düster, Farben sehen davor hervorragend aus und das Schwarz schluckt auch alle die kleinen Macken und Dellen etc., wodurch tatsächlich Größe entstehen kann.


Schwarzes Leder und schwarze Stoffe mögen keine direkte Sonneneinstrahlung (das tun die anderen Farben auch nicht, aber die geben meist nicht so schnell auf). Das Grau, das durch die UV Strahlung entsteht, ist kein schöner Ton, sondern sieht schäbig aus.

Schwarz ist nicht gleich schwarz. Mal ist Blau drin, mal Braun, mal Violett. Und es gibt viele Unterschiede in der Farbtiefe. Wenn Sie kombinieren möchten - bei Dingen, die direkt in Berührung kommen, z.B. Sofa und Kissen - halten Sie die Materialienproben nebeneinander. Das wissen Sie natürlich, die schwarze Jacke passt ja auch nie zur schwarzen Hose, so wie man sich das gewünscht hätte.



unterschiedliche Materialien kombinieren

Kombinieren Sie gerne unterschiedliche Materialien, damit es interessant wird: Leder mit Leinen oder Velours, Glas mit Linoleum oder schwarz gebeiztem Holz. matt mit glänzend, flauschig mit glatt.


Und wenn Schwarz eigentlich nicht Ihr Ding ist, probieren Sie es mal mit einer kleinen Dosis: eine schwarze Vase, ein Teppich mit einer schwarzen Kante, eine Typografie. Schwarz verleiht Kontur und Tiefe und bricht in wunderbarer Weise monochrome Farbgebungen auf. Schwarze Türdrücker beispielsweise finde ich richtig sexy. Oder schwarze Fußleisten.



Und hier noch ein Favorit:

Schwarz mit hellem Holz. Da wird aus einem Landhaus mal eben schnell ein schickes Domizil jenseits des shaby-chick Kitsches (uh, mich schüttelt es gerade) und Blümchentapetenromantik.

Schwarz nimmt alles Süßliche und Niedliche weg, und ist deshalb bestens geeignet, um eine Einrichtung erwachsen werden zu lassen.

Und das Kleine Schwarze fehlt ja auch in keinem Kleiderschrank, nicht wahr?




Sie werden schon gemerkt haben, dass ich ein Fan bin.

Ich bin dann auch mal gerade weg - mir fehlt ein schwarzer Rollkragenpullover.


Wenn Sie für Ihr Zuhause gerade schwarz sehen und Hilfe benötigen, kontaktieren Sie mich:

hello@nicolabushuven.com


Designte Grüße

Ihre NIC